11. Überall Steine....


Ortsbezeichnung: Hee Müra (Zer hee Müru)

Gegenüber in und unter der Felswand deponierte man die im Frühling auf den Wiesen umherliegenden Steine. Diese Aufschichtung von Steinen nennt man „Rümhüffä“. Mit den grösseren Steinen wurden die Wegränder gemauert und dienten so als Zäune für das Vieh.

 

Details zu überall Steine.....

Im Gebiet um dem Stadel Wigguhüs sind verschiedene Aspekte der Kulturlandschaft sichtbar – wir beginnen im Gelände zu ‚lesen‘: Auf den Wiesen steht das Gras hoch, die Matten sind frei von Schutt und Steinen. Was der Winter an Kieseln und Steinbrocken, Zweigen und Ästen auf die Felder verfrachtet hatte, wurde jeden Frühling von den Heuwiesen geräumt und auf Häufen geworfen. So entstanden mit der Zeit die „ Rüümhüüfe“, die Haufen vom Aufräumen. Am oberen Rand der Matte sehen wir einen solchen Haufen sogar in einer Felsnische platziert – so verschonte man fruchtbares Wiesland! Andere Steine beigte man beidseitig des Weges auf, der hier in Form einer Gasse weiter taleinwärts führt. Damit waren nicht nur alle tragbaren Steine entsorgt, sondern auch dem naschhaften Vieh bei seinem Weg auf die Bergweiden das Ausschweifen in die verbotenen Heuwiesen erschwert. 

So erzählen die stummen Steine von einem arbeitsintensiven Leben in der Berglandwirtschaft, deren Erträge zum Überleben reichen mussten. Jeder Halm zählte. Gab es weniger Ernte, folgte mehr Hunger… eingeführte Waren gab es nur wenige und sie waren teuer und der Transport aufwändig. Import konnte sich kaum jemand leisten. Produzierte man selber nicht genug, lauerte die Not.