13. Wohnhaus Inderbinen erbaut 1551


Ortsbezeichnung: Üsser Mutt (Im üssre Mutt)

Hier wohnte in seiner Kindheit im Sommer und Herbst der weltbekannte Bergführer Ulrich Inderbinen (1900-2004). 

Das Haus ist auch ein Beispiel des damaligen Nomadentums der Bergbevölkerung. 

 

Details zu Wohnhaus Inderbinen

Das alte Haus am heutigen Wanderweg gehört der Familie Inderbinen, die noch im beginnenden 20. Jahrhundert einige Monate pro Jahr hier verbrachte und jeweils bis gegen Dreikönig (6. Januar) hier wohnte. Dann zog sie für die nächsten Wintermonate hinunter ins Dorf Zermatt. Das äussere Mutt, also das talauswärtige Gebiet der Fraktion Mutt (heute: Zmutt), war so etwas wie ein Maiensäss oder Sommersitz. Hier in der Umgebung musste auch schon der kleine Ulrich, geboren im Jahr 1900, in der Berglandwirtschaft mithelfen, wie es damals üblich war: Ziegen hüten, kleine Holzbürden zum Haus tragen und so weiter. Später wurde Ulrich Bergführer und war noch im Alter von 80, 90 Jahren auf Gipfeln anzutreffen. Er wurde international bekannt, er wurde geradezu zu einer Ikone Zermatts, dem Filme und Bücher gewidmet sind. 104-jährig starb er im Jahre 2004.  

 

Ein Methusalem ist auch das kleine Wohnhaus. Einige architektonische Merkmale weisen bereits auf ein hohes Alter. Seitlich sehen wir vereinzelte Gwätte, die unregelmässig vorstehen und Fällkerben aufweisen. Allerdings begradigte man später einmal  die meisten dieser verkämmten Balkenenden, wie das auch bei anderen Gebäuden festzustellen ist. Gut ersichtlich sind auch die Dimensionen der alten Fenster: Sie blieben neben den später ausgebrochenen, grossen Fensteröffnungen erhalten und weisen in ihrem Aussehen auf das Spätmittelalter. 

 

Das Haus wurde 2017 dendrodatiert und stammt aus dem Jahre 1551 – ein würdiges Elternhaus für das Zermatter Urgestein Ulrich Inderbinen, das Weltberühmtheit erlangte. 

 

2017 wurden über das gesamte Gebäude verteilt sechs Proben entnommen. Alle Resultate weisen auf das Jahr 1550/1551, in dem das Wohnhaus offenbar aus einem Guss erbaut wurde.  Doch auch hier nahm man alte Kanthölzer zur Hand, eines datiert von 1375. Und für das Jahr 1900 ist eine Renovation bezeugt. Drei datierbaren Dendroproben weisen auf das Fälljahr 1412. 

Labornummern Dendrosuisse 2017: 621112-118 und 621164-168.

 

Hier besteht bereits die Gelegenheit, auf dem unteren Wanderweg rasch nach Zermatt abzusteigen. Wer Zeit hat, gönnt sich jetzt aber den Höhepunkt unserer Kulturwanderung und spaziert in 10 Minuten hinauf ins Dörflein Mutt.