14. Weiler Zmutt


Ortsbezeichnung: Inner Mutt (Im innru Mutt)

Ein historischer, wertvoller Weiler aus dem Spätmittelalter,

wo es viel zu entdecken gibt. 

 

Mehr demnächst auf: www:kulturweg-zermatt.ch  

 

Details zum Weiler Zmutt

Zunächst eine Erklärung zum Namen des Dörfleins: Die Zermatter selbst sagen bis heute: „ich gan in ds Mutt, ich bin im Mutt, ich chumme vam Mutt“ – der Ort heisst im Dialekt eindeutig „ds Mutt“ (das Mutt), was die Touristen als Zmutt verstanden und als solches ging es seit dem 19. Jahrhundert in die Landeskarten und in die Literatur ein. Mutt, Muttini, Muttji und ähnlich ist in der Datenbank der Oberwalliser Orts- und Flurnamen an die 60 Mal vorhanden. Professor Iwar Werlen erklärt, dass der Name ursprünglich ein flaches Stück Land meinte – was im Falle des Zermatter Mutt eindeutig zutrifft. 

Mutt zählt heute gegen 40 Gebäude. Der malerische Weiler auf der Felsschulter, umgeben von fruchtbaren Wiesen und mit Blick auf die Spitze des Matterhorns, zählt heute zu den beliebtesten Wanderzielen von Zermatt. 

Im einst ganzjährig bewohnten Weiler Mutt auf 1930 Metern Höhe stehen rings um die Kapelle mehrere spätmittelalterliche Wohn- und Wirtschaftsgebäude: Ein Dutzend 500- bis 800jährige Bauten, die den Weiler nicht nur zu einer der ursprünglichsten Siedlungen Zermatts, sondern zu einer der ältesten der Schweiz und des Alpenraumes machen. Wir sehen uns einige dieser Bauten an, die sich aussergewöhnlich lange erhalten haben. 

 

Den südlichen Abschluss des Weilers Mutt bildet eine Reihe von vier Bauten, in deren zweitem Glied  auch das Wohnhaus mit der Parzellennummer 6522 steht. Auf einem Bruchsteinsockel, der in neuester Zeit frisch ausgefugt wurde, steht das niedrige Häuslein mit dem schwach geneigten Satteldach. An den Ecken sind einzelne Bäume mit Fällkerben zu sehen. Neben den vergrösserten Öffnungen des 20. Jahrhunderts ist in der Hauptfassade auch ein spätmittelalterliches Fenster erhalten. Die Proben weisen auf das Fälljahr 1412, wobei auch eine Spolie (älteres, verbautes Holz) von 1358 wiederverwendet wurde.

 

Unmittelbar neben der Kapelle liegt ein kleiner Platz, auf dem sich die durch den Weiler führenden Wege kreuzen. Auf der Westseite steht ein von der Sonne schwarz gebranntes Haus (Parzellennummer 6617). Seine unregelmässigen Gwätte (Balkenvorstösse an den Gebäudeecken) und die kleinen Fenster in der Schaufassade lassen unschwer erkennen, dass wir hier ein altes Wohngebäude vor uns haben. Die Dendroproben bestätigen unsere Vermutung: Von acht Proben weisen fünf auf das Fälljahr 1444, das Holz wurde im Sommer gefällt – in jenem Jahr fand vor den Toren Basels bei St. Jakob die Schlacht der Eidgenossen gegen ein französisches Söldnerheer statt.