8. Pferch "Färrich"


Ortsbezeichnung: Schatzgufer (Zem Schatzgufer)

Dieses lose gemauerte Viereck in einer Senke erinnert auf den ersten Blick an eine Gebäuderuine. Bei genauem Hinsehen fehlen jedoch eigentliche Fundamente. In diesen lockeren Ummauerungen wurde das Vieh „eingepfercht“, um es in der Nacht zusammenzuhalten.

 

 

Details zu Pferch "Färrich"

Unterhalb unseres Weges liegt eine lockere Bruchsteinmauer in Form eines Vierecks von zirka vier auf fünf Metern. Talseitig lässt sich eine schmale Zugangsöffnung erkennen. Das Ganze ist aus Natursteinen aufgeschichtet, ohne Mörtel oder andere Bindestoffe. Es finden sich keine Zeichen eines eigentlichen Fundamentes.  

 

Es handelt sich vielmehr um einen Pferch, eine eingefriedete Fläche. Ursprung und genaue Nutzung sind heute nicht mehr bekannt. Möglicherweise wurde das in dieser Gegend weidende Vieh darin zusammengehalten. Andernorts wurde das Kleinvieh in solche Pferche zusammengetrieben. So konnte der Besitzer seine Tiere kontrollieren und einzelne aus der Herde herausnehmen.

 

Im Dialekt heissen solche Einrichtungen „Färrich“.

 

Die Flur trägt die geheimnisumwitterte Ortsbezeichnung „zem Schatz“, beziehungsweise "zum Schatzgufer", was Hinweis auf eine der zahlreichen Schatzsagen im Raume Zermatt gibt. Man erklärt, dass diese Art von Sagen ihren Ursprung in den Kriegszeiten habe. Die einfachen Leute wollten ihre „Schätze“, wohl eher bescheidene Geldbeträge, in einem sicheren Versteck in der Erde in Sicherheit bringen. Oft kehrten die Besitzer nicht mehr aus dem Kriege zurück oder verstarben, bevor dieser vorbei war. Der genaue Ort des Verstecks geriet in Vergessenheit. So entstand eine Sage über diese verborgenen Schätze, sehr oft mit dem Hinweis auf die Bedingungen, unter denen diese Schätze gehoben werden könnten. In unserem Fall erzählten die alten Leute, der Schatz könne nur am Heiligabend während der Wandlung in der Mitternachtsmesse gefunden werden. Da früher alle Leute zur Mitternachtsmesse gingen und heute niemand mehr an solche Sagen glaubt, blieb der angebliche Schatz bis heute unentdeckt.