2. Speicherdorf um 1880


Ortsbezeichnung: Unner Schälpmatta (In dr unnru Schälpmattu)

Hier in der Nähe der Wohngebäude wurden gerade mehrere  

Speicher gebaut. Speicher sind Gebäude für Vorräte und Habseligkeiten. Stelzen und Steinplatten verhindern das Eindringen von Mäusen.

 

Details zum Speicherdorf

Vom oberen, rechten Ende des Dorfplatzes laufen wir auf dem Hauptweg gerade aus durch das Dorf weiter taleinwärts, halten nach 50 Metern leicht rechts und steigen sanft an. Bereits nach einer Minute erreichen wir den Wegweiser, der rechts hoch in die Schälpmattgasse zeigt. Wir biegen in diese steile Gasse ein. Nach 200 Metern erreichen wir eine Gruppe von Holzbauten, die beidseits des Weges eng zusammensteht und grösstenteils aus der Zeit nach 1850 datiert. Die meisten dieser Speicher sind auf steinernen oder hölzernen Stützen aufgebockt. Die Wände der Speicher sind dicht zusammengefügt. Und um den Inhalt zusätzlich vor Nagern zu schützen, hat man die Lüfungsluken mit Gittern versehen. So konnten die Bauernfamilien in der Nähe der Wohnhäuser ihre Vorräte sicher lagern: lange haltbare Roggenbrote, Trockenfleisch, Getreidekörner und auch einige Habseligkeiten.

 

Bei der Speichergruppe biegt der Wanderweg rechts ab in Richtung Alterhaupt / Hubel / Hubelwäng. Anfangs ist der Weg sehr steil. Doch bald wird die Steigung moderater und wir erreichen die ersten Matten über dem Dorf Zermatt und blicken hangaufwärts gegen die obere Schälpmatte. Wir stehen uf dr Flüe, auf dem Fels, bei den letzten Wohnhäusern und beim Beginn der Landwirtschaftsfläche.

 

Die obere Schälpmatte beginnt in der Nähe des Bachtobels bei der Flur Chi, was wörtlich Kinn heisst und eine Schlucht meint, die wir rechts unten mit dem Bach sehen. Ein kleiner Fussweg schlängelt sich nun über mehrere Hundert Laufmeter die Wiese hoch. Dabei treffen wir erste Passagen, die mit Natursteinen befestigt sind. Auf diese alte Wegbautechnik trifft man vielerorts im Alpenraum. Dabei schützen die teils stehend in den Boden eingelassenen Steine den Weg bei Regen und Viehgang vor Abnutzung und Abrutschen. Solche Steinwege heissen im Zermatter Dialekt „en Bikki“, der Weg ist „gibikkinutta“. 


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